Geschichte kann nicht neu geschrieben werden und wenn eine Chronik die Historie einer Gruppe treffend wiederspiegelt, so ist dem so. Dies trifft in besonderem Maße auf die vorstehende Chronik unserer Gruppe zu, von Uwe Tabel anlässlich des 90-jährigen Bestehens der Gruppe Mittelrhein erstellt. Allein es bleibt, die vergangenen 10 Jahre Revue passieren zu lassen, sowie zusätzliche Aspekte und deren Hintergründe zu beleuchten. Auch das Geschehen der letzten 10 Jahre gestalteten engagierte Mitglieder, die an dieser Stelle besonders gewürdigt werden. Dank an euch alle, ob im Süden, in der Nordpfalz, Rheinhessen, Hunsrück, Eifel sowie im Taunus oder Westerwald; Dank den Vertrauensleuten in den Regionen; Dank unseren Züchterinnen und Züchtern, die die Zucht mit Leben füllen, obwohl gute Hunde zu züchten und brauchbare Führerinnen und Führer zu finden, einem großen Idealismus abverlangt; Dank denen, die Welpenspieltage und Kurse sowie Hundeführerlehrgänge begleiteten; Dank denen, die sich den Herausforderungen der Prüfungen im Sinne der Zucht stellen! Dank nicht zuletzt vor allem denen, die mit unserem Drahthaar jagen. Hierbei und hiermit haben Sie die Rasse zu dem gemacht was sie war, heute ist und was sie zukünftig sein wird - unabhängig von all den vereins- und jagdpolitischen Hintergründen und Bestrebungen.

Führende Menschen

Aber auch im letzten Jahrzehnt und schon länger gab es führende Menschen, die sich innerhalb der Gruppe sowie im VDD, im JGHV sowie im LJV und im DJV einbrachten: kritisch, wo angebracht und notwendig, aber immer konstruktiv und mit dem Blick auf das Wesentliche.

Egon Anheuser

Egon AnheuserEgon AnheuserEiner dieser Menschen war Egon Anheuser, der über 70 Jahre Mitglied unserer Gruppe war. 1939 trat er in die damalige Bezirksgruppe Mittelrhein im VDD ein und begründete den Zwinger „vom Kreuznacher Steinberg“, mit dem er 8 Würfe züchtete. Er führte selbst erfolgreich und legte in der Ausbildung – wie er selbst betonte – besonderen Wert auf den Gehorsam. Als Verbandsrichter und Begutachter für das Zuchtbuch sowie im Beirat der Gruppe war sein Urteil immer scharf und transparent. Im Jahr 2009 erhielt er die Goldene Treuenadel des VDD für 70 Jahre Mitgliedschaft, kurz bevor Diana ihn im Alter von 97 Jahren zu sich rief. Aus seinem langen Leben konnte er manche historische Anekdote erzählen, hatte er doch viele berühmte Personen der Zeitgeschichte wie Hindenburg, die Söhne von Kaiser Wilhelm II und einige Bundespräsidenten kennengelernt. Nach dem Krieg engagierte er sich in vielfältiger Weise. Er stand fast 32 Jahre an der Spitze des Landesjagdverbandes Rheinland-Pfalz (LJV) und setzte sich in dieser Funktion immer für die Entwicklung des Jagdgebrauchshundewesens ein. Dies äußerte sich auch darin, dass seit damals die Durchführung von Prüfungen durch den LJV finanziell unterstützt wird. Sein jagd- und umweltpolitischer Blick reichte aber auch über die Grenzen unseres Bundeslandes hinaus. So lenkte er die Geschicke des Deutschen Jagdverbandes (DJV) für fast 25 Jahre als Präsident und war 1962 Mitbegründer des World Wildlife Funds for Nature (WWF) in Deutschland. Die Fähigkeit über den Tellerrand zu schauen, wurde entsprechend geehrt. Nicht nur von uns Hundeleuten, sondern 1977 mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse und1978 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz.

Richard Deichmann und Uwe Tabel

Uwe TabelUwe TabelRichard DeichmannRichard DeichmannDie Liste führender Menschen der letzten Jahrzehnte wäre nicht komplett, wenn nicht beide Ehrenvorsitzende des VDD Mittelrhein, Richard Deichmann und Uwe Tabel, erwähnt würden. Beide unvergleichlich und beide gleichermaßen angetrieben von derselben Passion für den DD - sowohl als Züchter, Richard Deichmann mit dem Zwinger „vom Schloss“ und Uwe Tabel mit dem Zwinger „vom Kanonenturm“, als auch im Verbandsgeschehen.

Sie präg(t)en als zielstrebige, gradlinige und direkte Charaktere die Arbeit des Vorstandes der Gruppe Mittelrhein. Da beide Persönlichkeiten vorausschauende Menschen sind, verwundert es nicht, dass beide im gesamten Drahthaarlager über die Gruppengrenze hinaus bekannt sind. Manche Diskussionen zum Wohle des Drahthaars bzw. des Jagdhundewesens insgesamt bspw. beim Verbandstag in Fulda oder in den Sitzungen des Gesamtvorstandes des VDD wären ohne sie um viele wohldurchdachte Argumente ärmer gewesen.