Zentraler Bestandteil der Arbeit von Zuchtvereinen ist die Überprüfung der Anlagen unserer Hunde. Einerseits, um die Eignung von Junghunden als künftige Zuchthunde zumindest ansatzweise abzuschätzen. Anderseits aber auch, um aus der Gesamtschau der Prüfungsergebnisse möglichst vieler Welpen eines Wurfes den Wert der Elterntiere als Zuchthunde ableiten zu können. Während die Bewertung der Elterntiere beim VDD bis auf die inzwischen verbreiteten Züchterpreise vieler Gruppen noch in den Kinderschuhen steckt, werden die Anlagen der Junghunde im Rahmen der Verbandsjugendprüfungen (VJP) und Verbandsherbstzuchtprüfungen (HZP) in bewährter Form überprüft.

Seit Gruppengründung im Jahre 1914 und dem Jahr 2024 wurden über 100 VJPen angeboten. Räumlicher Schwerpunkt war und ist dabei die Region Rheinhessen. Die VJP hier werden jährlich mit durchschnittlich rund 20 bis 30 geprüften Hunden durchgeführt. Sie zählt in den letzten Jahren immer noch zu einer der nennungsstärksten VJPen in Deutschland. Hinzu kommen noch 3 weitere VJPen in der Region mit ähnlicher Anzahl Hunde. Für eine Prüfung dieser Größenordnung sind entsprechend viele Reviere notwendig. Deshalb an dieser Stelle ein herzlicher Weidmannsdank an all die Revierpächter, die ihre Reviere für die Prüfung zur Verfügung stellen.

Neben entsprechenden Revieren benötigt eine gut organisierte VJP zudem auch ein entsprechendes Suchenlokal, das rund 120 Personen Platz bietet und allen kulinarischen Ansprüchen gerecht wird. it dem verstärkten Angebot an Aktivitäten im Norden der Gruppe wurden in den Jahren 2006 bis 2009 weitere VJPen rund um Hetzerath in der Eifel unter der Regie von Edmund Kohl angeboten, zu der jeweils 8 bis 10 Hunde antraten. Eine ähnlich große Herausforderung wie in Rheinhessen, wenn die naturräumlich bedingt niedrigeren Niederwildbesätze berücksichtigt werden.

Neben den VJPen bietet die Gruppe auch Herbstzuchtprüfungen an. Die Gruppe hat den Anspruch, ihre HZPen als vollwertige Prüfungen, also mit Hasenspur und mit lebender, vorübergehend flugunfähiger Ente, anzubieten. Hintergrund der Bestrebung ist die hohe züchterische Aussagekraft dieser beiden Anlagefächer, ohne die eine HZP erheblich an Wert verliert. Die HZPen in Rheinland-Pfalz stehen inzwischen jedoch vor zwei Schwierigkeiten: Zum einen ist dies das Verbot der Arbeit an der lebenden Ente. Dieses Hindernis können wir zur Zeit in Rheinland-Pfalz nur überkommen, indem wir in andere Bundesländer ausweichen. Dies ist im Süden des Bundeslandes dank engagierter Pächter möglich. An dieser Stelle herzlichen Dank für diese Möglichkeit. Zum anderen ist es inzwischen schwierig, im Herbst Reviere mit passender landwirtschaftlicher Kulturstruktur und ausreichendem Hasen- und Flugwildbesatz zu finden. Angesichts dieser Schwierigkeiten ist die in der VZPO seit dem Jahr 2012 manifestierte Vorgabe des JGHV, Herbstzuchtprüfungen nur noch an einem Tag auszurichten, unverständlich und wirklichkeitsfremd. Hier bedarf es jedes Mal einen begründeten Ausnahmeantrag auf die Erweiterung dieser Prüfung auf zwei Tage.

Auf Grund dieser schwierigen Rahmenbedingungen kann unsere Nord-HZP, die seit 2006 in Hetzerath, Klausen oder Dreis mit jeweils zwischen 3 und 8 geprüfte Hunde durchgeführt wird, pragmatischer Weise nur ohne die Prüfungsfächer Spur und lebende Ente angeboten.